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Benutzerdefinierte Instrumente
und weitere Abschweifungen über Instrumente
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In diesem Kapitel werden wir verschiedene Wege kennenlernen,
benutzerdefinierte Instrumente zu erzeugen und einzusetzen.
Daneben werden Sie hier auch ein paar nützliche, allgemeine Informationen
über Instrumente finden.
Zunächst noch einmal eine Zusammenfassung über die
Art und Weise, wie digitale Instrumente vom Programm
gehandhabt werden.
Was ist ein digitales Instrument ?
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Ein digitales Instrument ist für Melody/Harmony eine Zusammenstellung
digitaler Klänge (Samples) und deren Parameter.
Digitale Klänge sind Digitalaufnahmen bestimmter Töne
von echten Instrumenten.
Für manche Instrumente benötigt man dazu nur einen einzigen Ton,
für viele andere aber muss man mehrere Klänge aufnehmen,
damit ein komplettes Instrument definiert werden kann, da die Klangfarbe
eines Instruments erheblich von der gespielten Note abhängig sein kann.
Um eine weitere Note spielen zu können, muss
das Programm den aufgenommenen Klang verzerren und an die benötigte
Frequenz (Tonhöhe) anpassen. Dieser Prozess ist allerdings nur
innerhalb gewisser Grenzen möglich.
Um bspw. eine Note aus der 3. Oktave eines Pianos auch
in der 5. Oktave spielen zu können, muss der Klang sehr stark
verzerrt werden, was wiederum zu einer hörbaren Verfälschung
führt.
Wenn man also einen realistischen Klang eines Instruments erhalten will,
müssen mehrere Aufnahmen dieses Instruments in verschiedenen
Tonhöhen gemacht werden.
Zusätzlich besitzen die digitalen Klänge einen Satz von Parametern,
die dem Programm mitteilen, wie der Ton gespielt werden soll.
Zum Beispiel hat die Anschlagstärke (Kraft, mit der die Note gespielt wird)
Einfluss auf die Lautstärke, sie kann aber ebenso die
Klangfarbe verändern. Die "High-Quality Anschlagstärke"
ermöglicht hier die Definition von Frequenzfiltern für
die Anschlagstärken.
Diese speziellen Parameter werden weiter unten ausführlich
erläutert.
Klangdatenbank
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Viele digitale Instrumente sind bereits in der Software enthalten.
Um dem gegenwärtigen Standard zu entsprechen, werden die
Instrumente nach der GM/GS Spezifikation sortiert, die auch von
meisten MIDI Synthesizern verwendet wird.
Die Instrumente werden in einer Klangdatenbank zusammengefasst.
Es sind diverse Klangdatenbanken in unterschiedlicher Qualität
erhältlich. Je höher die Qualität, desto größer
ist die Datenbank.
Zum Beispiel: die einfachste Klangdatenbank, GMLTBASE, hat eine Größe
von ca. 500 KB, während die sehr viel bessere GOLD Datenbank
ungefähr 300 Mb hat...
Der große Vorteil von Klangdatenbanken liegt in der Größe
der resultierenden Musik-Dateien: Dank einer Datenbank beinhaltet
eine Musik-Datei lediglich Noten und Symbole. Die für die
Wiedergabe erforderlichen digitalen Daten müssen also nur einmal
und für alle in der Software bereitgestellt werden.
Benutzerdefinierte Instrumente
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Nichtsdestotrotz, sie können auch andere als die Standard
Instrumente einsetzen. Dazu müssen Sie ein Benutzerdefiniertes
Instrument anlegen.
Natürlich werden im diesem Fall die digitalen Daten der
Instrumente in der Musik-Datei gespeichert und deren Größe
wird anwachsen.
Zum Beispiel: ein 10 Sekunden langer Klang, abgetastet mit 44 kHz,
ergibt etwa 880 KB. Demzufolge wird sich eine Musik-Datei
drastisch vergrößern.
Allerdings ist es möglich, die Größe der Datei
zu reduzieren, indem man sie nicht im Standard, sondern im .mu3
Datei-Format speichert.
Im .mu3 Datei-Format werden die Klänge mittels Vorbis OGG
Enkodierung gepackt. Der Qualitätsverlust ist hierbei
gering, die Dateigröße vermindert sich aber auf
ein Zehntel.
Vordefinierte Benutzerdefinierte Instrumente
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Seit der Version 8.4 von Harmony Assistant können mit Hilfe
dieses Konzepts die "Benutzerdefinierten Instrumente" genauso
gehandhabt werden wie Standard Instrumente.
Zur Wahl eines Standard Instruments nutzen wir die zwei Listen
im Fenster "Bearbeitung des Instruments":
in der linken Liste stehen die Instrumenten Gruppen (Ensemble,
Blechblasinstrumente, Flöten...), ind der rechten die
Instrumente, die diesen Gruppen angehören (Geige, Cello,
Kontrabass...).
Benutzerdef.-Instrumenten-Gruppen können der linken Liste
hinzugefügt werden. Vor diesen "eigenen" Gruppen
wird dann ein kleiner roter Stern angezeigt.
Wird eine dieser Gruppen ausgewählt, erscheinen in der rechten
Liste die zugehörigen Instrumente, genauso, wie es bei den
Standard Instrumenten der Fall ist. Das Auswählen eines
Benutzerdefinierten Instruments wird dadurch ebenso einfach
wie die Wahl eines Standard Instruments.
Aber Vorsicht ! Damit Ihre Musik-Dateien auch auf anderen
Computern abgespielt werden können, auf denen Ihre
selbstdefinierten Instrumente nicht vorhanden sind, werden
die digitalen Daten für die Klänge nach wie vor auch
in der Musik-Datei gespeichert. Was die Dateigröße...
Wie installiert man Vordefinierte Benutzer-Instrumente
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Normalerweise werden vordefinierte Benutzer-Instrumente in einem
Archiv bereitgestellt, welches in einen Ordner entpackt wird.
Sie müssen nun diesen Ordner lediglich in den Unterordner
"Sounds" im "Myriad Documents" Ordner kopieren.
Der Name des Ordners sollte der Name der Instrumentengruppe sein.
Jedes Instrument in dieser Gruppe wird gespeichert als unabhängige
Datei mit der Erweiterung .mui (Myriad User Instrument)
Die Klänge können komprimiert werden, so dass man bei
immer noch sehr guter Qualität eine Packrate (Reduzierung)
von etwa 1:10 erhält.
Wenn der Ordnername mit "set" endet,
zum Beispiel "Heavy drum set", wird die Gruppe als "Schlagzeug
Instrumenten Gruppe" betrachtet. Diese Gruppen werden nur dann in der
linken Liste aufgeführt, wenn das Instrument als Schlagzeug
definiert ist. In gleicher Weise werden benutzerdefinierte
Schlagzeug Gruppen nicht in der Liste erscheinen, wenn das
Instrument chromatisch, also nicht im Schlagzeug Modus, ist.
Erzeugen eines Benutzerdefinierten Instruments
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Hier nun einige Erläuterungen zu wichtigen Parametern.
Zunächst die allgemeinen Einstellungen für alle Klänge
des Instruments:
- Relative Lautstärke:
ist die Grundlautstärke des Instruments, von 1 (sehr schwach) bis
1000 (sehr laut). Sie ermöglicht das Ausbalancieren des
Klangs in Relation zu den übrigen Instrumenten, ohne dabei
den Klang selbst verändern zu müssen. Aus
historischen Gründen hat der Wert 0 den gleichen Effekt
wie 1000.
- Verbindung Lautstärke-Anschlagstärke:
ist der Einfluss der Anschlagstärke einer Note
auf die Lautstärke. Sie ist abhängig von
der Bauart des echten Instruments.
- High Quality Anschlagstärke:
wenn aktiviert, können Sie verschiedene Filtersätze
einstellen und verwenden, die abhängig von der Anschlagstärke der Note
sind.
Die folgenden Einstellungen können für alle Klänge,
aus denen das Instrument gebildet wurde, vorgenommen werden.
- Noten Bereich: der Klang wird ausgewählt,
wenn die zu spielnde Note in diesem bereich liegt.
- Eingegebene Note: die Tonhöhe des aufgenommenen Klangs
(ist 0 bei Schlagzeugen)
- Gruppe:
Wenn die Musik wiedergegeben wird, kann nur ein Klang derselben
Gruppe spielen: der neue Klang schneidet den vorherigen ab.
Dies wird zum Beispiel beim Schlagzeug verwendet, um mit einem
"closed hi-hat" ein "open hi-hat" zu stoppen.
• 0: keine Gruppe, polyphones Instrument
• 1-9: Systemgruppen (benutzt von Standard Instrumenten)
• 10-200: Benutzergruppen
Wenn Sie es nicht wissen, wählen Sie 0.
- Anschlag: hiermit ist Anstieg der Lautstärke zu Beginn
des Klangs gemeint. Je höher der Wert, desto steiler der Anstieg.
Mit dem höchsten Wert wird die maximale Lautstärke sofort
erreicht.
- Ausklingen: ist die Abnahme der Lautstärke, nachdem
der Ton gestartet wurde. Die Werte liegen zwischen 0 (keine Abnahme, z.B. bei
Orgeln oder Flöten) und 999 (der Klang wird dann sehr kurz).
- Freigabe: ist die Abnahme der Lautstärke, nachdem der
Ton "entlassen" wurde. Die Werte liegen zwischen 0 (keine Abnahme)
und 9999 (Klang stoppt sofort) und werden gewöhlich höher
gesetzt als beim "Ausklingen". SETZEN SIE IN EINER ENDLOSEN
SCHLEIFE DIE FREIGABE NIEMALS AUF NULL, DER TON WÜRDE
NIEMALS STOPPEN.
- Schleifen-Feineinstellung: Nachdem eine Note "gestartet" wurde, wird
ein Teil des Klangs in einer sogenannten Schleife (Loop) wiederholt.
Das Finden eines guten Schleifenpunktes ist eine grundlegende
Komponente guter Klänge. Ist der Punkt schlecht gewählt, wird
der Klang bei jeder Wiederholung "ticken". Die Werkzeuge im Effekte
Kontextmenu können Ihnen dabei helfen, eine Schleife im
aktuell ausgewählten Bereich zu finden. Normalerweise werden
Schleifenpunkte allerdings nach Gehör gesetzt.
Zum Beispiel: Skalieren Sie den für Sie als interessant
erachteten Bereich hoch, stellen Sie auf automatische Wiederholung
der Wiedergabe, und verschieben Sie dann den Auswahlbereich, bis Sie
mit dem Resultat zufrieden sind.
Manchmal kann man keinen passenden Schleifenpunkt finden. Dann müssen
Sie Ihre Aufnahme erneut durchführen, wobei Sie besonders darauf
achten sollten, dass Ihr Klang so gleichmäßig wie
möglich ist in Bezug auf Lautstärke (kein Tremolo) und
Tonhöhe (kein Vibrato).
- Endlosschleife:
Nachdem ein Klang "freigelassen" wurde, wird der Teil hinter dem Schleifenpunkt
gespielt, außer, die Schleife ist als endlos markiert.
In diesem Fall wird die Schleife fortgesetzt gespielt, während
die Lautstärke abnimmt (Freigabe).
Erzeugen eines vordefinierten Benutzer-Instruments
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Falls Sie einige benutzerdefinierte Instrumente sehr oft einsetzen,
wäre es sinnvoll, diese in einer eigenen Instrumenten
Gruppe zu speichern. Dies würde auch den Austausch von
Instrumenten Zusammenstellungen mit anderen Anwendern erleichtern.
Von unserer "Goodies"
Webseite können Sie die besten der uns zugesandten
Instrumenten Gruppen herunterladen. Zögern Sie nicht, uns
auch Ihre zu senden...
So müssen Sie vorgehen:
- Erstellen Sie einen neuen Unterordner im "Sounds" Unterordner
des "Myriad Documents" Ordners. Geben Sie dem neuen Unterordner einen
klaren und eindeutigen Namen: dieser Name wird im Programm
auch in der Liste der Instrumenten Gruppen erscheinen.
Wenn die neue Gruppe ein Schlagzeug-Set ist, fügen Sie am
Ende des Ordnernamens ein "set" hinzu.
- In der Software bearbeiten Sie dann Ihr benutzerdefiniertes
Instrument und wählen anschließend "Vordefinierte
Instrumente Sichern" im "Aktion" Kontextmenu.
- Zusätzlich können Sie auch einen Kommentar
zu diesem Instrument anlegen. Dieser Kommentar wird
angezeigt, wenn der Anwender auf das "?" in der
Instrumentenliste klickt.
- Wählen Sie, ob die Datei gepackt (Vorbis Ogg) werden soll,
wenn ja, geben Sie die Packrate (Qualität) an.
- Geben Sie der Datei einen Namen und speichern Sie Ihr
Instrument in dem zuvor angelegten Gruppen Ordner.
- Das war alles. Ihr Instrument kann nun in allen
Partituren wie ein Standard Instrument eingesetzt werden.
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